RP11: JMStV – die Lösung

Posted under Jugendschutz by Pornologe on Sonntag 17 April 2011 at 16:20

Auf der re:publica hab ich mir mal wieder ne Session zum JMStV gegeben. Es muss ja weitergehen nachdem der letzte Entwurf gekippt wurde und der Konsens besteht immerhin darin, dass die aktuelle Lösung auch Mist ist.

Mir fiel es am letzten Tag wie Schuppen von den Augen:

Internetnutzung erst ab 18!

(Macuser ausgenommen, denn die haben mit Schweinkram ja nix am Hut ;-) )

Das macht doch unfassbar viel Sinn, Beifahrer sein würde ich erlauben, aber das kann man dann ggf. diskutieren. Und nun kurz zu Johnny Häusler der mich neben dem Wort “Internetführerschein” maßgeblich inspiriert hat. Er hat ja auch recht, wenn er quasi sagt: “Medienkompetenz durch die Eltern – selbstverständlich, aber um alles können die sich auch nicht kümmern.” Er sagt auch, dass in dem Kontext oft zu Vergleichen mit dem Strassenverkehr kommt und dass das großer Blödsinn ist. Damit hat er ebenso völlig recht, denn nicht der JMStV muss mit dem Strassenverkehr vergleichen werden, sondern umgekehrt versucht man diesen aufs Internet anzuwenden. Mit 16 darf man ein bisschen schnell fahren und mit 18 dann so schnell wie man will. Sprich mit 16 darf man ne Frau in Unterwäsche im sexuellen Kontext sehen, aber erst ab 18 gibt’s dann Vollgas. Auf der Strasse macht das noch Sinn, vorallem da keiner mit der 50er mal eben von Muttern unbemerkt in die USA fährt und sich da an der völlig anderen (Internetzstrassen) Situation erfreut. Das wäre auch echt doof wenn alle Amis mit einem Mausklick mal eben mit ihren V8 Autos auf deutschen Autobahnen rumheizen könnten.

Aber das ist ja jetzt auch alles völlig egal, denn mit meiner Lösung muss sich nie mehr einer (über18) grämen.

Und nun die Situation nochmal aus Sicht der Pornoleute: Die wollen keine Minderjährigen! und schon gar nicht im Internet. Minderjährige machen nur Ärger. (weiterlesen…)

Die Satansweiber von Tittfield ein Soft Porno?

Posted under Allgemein,Jugendschutz by Pornologe on Sonntag 5 Dezember 2010 at 17:49

Der unleidige JMStV hält mich wieder auf Trapp. Eben gerade beim ak-zensur.de vorbei geschaut, deren Engagement gegen Netz-Sperren und Internetzensur absolut unterstützenswert ist und auch an dem betreffenden Artikel habe ich nichts zu nörgeln, außer der unglücklichen Wahl eines Beispiels. Was mich aber andererseits dazu verleitet hat ein paar Gedanken zu Russ Meyer zu formulieren.

russ meyer remix by james haleDie Telekom, die „Satansweiber von Tittfield“ und ein Interessenkonflikt lautet der Titel und um seinen Standpunkt mit konkreten Beispielen zu untermauern wird eben dieser Russ Meyer Klassiker besonders häufig vom Autor herangezogen. Vermutlich wegen des nicht nur in der deutschen Übersetzung so unfassbar trashigen Titels. Nur ist dieser Film eben nicht unbedingt als plakatives Beispiel für das Genre des Soft Pornos geeignet.

Schauen wir uns das doch mal genauer an: (Zur Erinnerung im JMStV geht es nicht um Hardcore Pornos und andere indizierte Inhalte, da bleibt alles beim Alten) Es geht also in erster Linie darum, dass mit der “ab16″ Alterskennzeichnung eines Angebots (ab “ab18″ ist ein AVS vorgeschrieben), nach unbekannten technischen Standards alle aus dem Schneider sind. Hier haben wir wiederum das Problem was jetzt ab16 ist und was nicht,* und des unbekannten technischen Standards, aber das lassen wir hier erstmal außen vor.

Es geht uns also um den Bereich zwischen 16 und 18. Was darf mit 16 schon gesehen werden, aber ist noch nicht hinter dem AVS Tor? Hier fällt nun das Wort “Soft Porno” bei dem sich auch Wikipedia schwer tut eine klare Definition zu finden. Begnügen wir uns also (weiterlesen…)

JMStV sichert den Eintritt ins Paradies

Posted under Jugendschutz by Pornologe on Freitag 3 Dezember 2010 at 21:42

Paradies und Sündenfall

Wieso ist der neue JMstV für die kommende Generation die Eintrittskarte ins Paradies und für gestresste Eltern mit hohen Ansprüchen an die Erziehung der Vorruhestand? Und wie kann uns bei all dieser gutbürgerlichen Sorglosigkeit der Papst doch noch in die Suppe spucken? (eine polemische Betrachtung)

Was ich sagen will ist, dass der Papst mit dem Einsatz von Kondomen ähnlich hanebüchen umher reglementiert wie der JMstV mit dem gesunden Menschenverstand. Im Zweifel gegen den Angeklagten ist die Devise und die Rolle der Eltern wird schon immer überschätzt!

Also jeder der nicht erwiesenermaßen der nette Onkel von nebenan ist (“Ein Großteil des sexuellen Missbrauchs wird im familiären Umfeld oder im näheren Umfeld der Opfer begangen.” Quelle: Wikipedia), muss erstmals draußen bleiben, denn so werden unsere Kinder am Besten geschützt.

Juhu! Ich bin erleichtert, dass das Thema vom Tisch ist und sich durch das beherzte Eingreifen des Staates die Eltern der Pflicht ihre Kinder zu gemeinschaftsfähigen, selbstständigen und eigenverantwortlichen kleinen Schlingeln zu erziehen endlich entziehen können.* . Der JMstV springt in Kürze ja in die Bresche und geht auch gegen Angebote vor „die geeignet sind, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen“ Das entlastet ungemein. Somit können sich die geneigten Eltern genüsslichem dem Alkoholismus widmen und sind aus dem Schneider, während der Kleine von den 1A sauberen Medien zum klasse (weiterlesen…)

Playboy Amazon Edition

Posted under Jugendschutz by Pornologe on Sonntag 21 November 2010 at 17:12

Sodele das simma wieda. Der Staatsvertrag über den Schutz der Menschenwürde und den Jugendschutz in Rundfunk und Telemedien (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag – JMStV) geht um. Und macht Aufklärung zunehmend zu einer unmöglichen Sache. “[...] Angebote verbreitet oder zugänglich macht, die offensichtlich geeignet sind, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit unter Berücksichtigung der besonderen Wirkungsform des Verbreitungsmediums schwer zu gefährden. [...]

Tja wenn ich hier an meine Jugend zurückdenke muss ich feststellen, dass ich den Versuch meiner Mutter mich aufzuklären höchst empört abgelehnt habe… Ich will jetzt in dieser Richtung nicht weiter spekulieren. Es geht uns hier ja nicht um juristische Fachsimpelei sondern um Pornos, also darum zu erregen. Wenn wir aber nun nochmal den aktuellen Gesetzestext bedenken, wird auch dieses Thema zur höchst kritischen Ware und attraktives Anschauungsmaterial zu ner ganz illegalen Nummer. Da keiner auf die anstößige Idee käme eine .com Domain anzusteuern und ich auch demnächst kein AVS installieren möchte, bleibt uns nur das was schon der Durchschnittsjugendliche vor 30 Jahren schon machte: Der Blick in den Quelle Katalog.

Nagut ich hab mich bei Amazon umgesehen und da OHNE SENDEZEITBESCHRÄNKUNG folgende Leckereien gefunden:

Zum Basic String Ouvert XL von Orion sei noch gesagt, dass er den Verkaufsrang 15.239 im Bereich Drogerie & Bad bei Amazon einnimmt. Aber das nur am Rande.
Nun erinnern wir uns: Pornografie ist “die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen, wobei die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität bewusst betont werden.” Also Die Geschlechtsorgane sind wohl ausreichend betont und wer mir erzählen will, dass die Klamotte nicht mit dem Ziel zu erregen designt wurde, hat wohl nen Feinripp Fetisch. Das mag nun sexy finden wer will, aber klar ist die Betonung und das Ziel zu erregen. Dass die Teile nicht einfach an ner Plastikpuppe präsentiert werden, tut sein übriges und ich denke der gemeine Pupertierende kann den Darstellungen bereits ausreichend abgewinnen. Ok zum Porno reicht es per Definition nicht, aber die aktuelle Gesetzeslage wird diese Bilder bereits in den Bereich des entwicklungsgefährdenden rücken und unser Durchschnittsjugendlicher muss fortan auf Apfelkuchen zurückgreifen.

Jaha entwicklungsgefährdend! Weil unser Pupertierender – nennen wir ihn fortan Max – nun also denken wird so einfach zugänglich ist das weibliche Geschlecht und unsere Durchschnittspupertierende – Lisa – wird denken, dass sie sich Max so präsentieren muss, da sie dazu angehalten ist das stets willige Weibchen zu verkörpern. Ehrlich? … Ich lasse das jetzt erstmal so stehen.