Porno-Autorin Sophie Andresky im Spiegel

Posted under Literatur by Pornologe on Mittwoch 5 Januar 2011 at 11:19

Also wie nun? Prüde oder nicht prüde? Spiegel oder Focus? Die Zeiten ändern sich soviel ist klar, aber wohin denn nur? Da spricht der Autor von einer “in einer zunehmend prüderen Gesellschaft” und das in einem Artikel über eine Dame die Pornos schreibt und das im Spiegel nicht in der Bild. Schon toll. Einerseits und andererseits. Ich glaub das ist es wo sich die Welt hin verändert. Einerseits viel extremer andererseits Rückkehr zu alten Werten und ich finds gut. Statt mir vorschreiben zu lassen was richtig und falsch ist kann ich mir aus dem Wertekanon zusammenbasteln was mir gefällt und was sich im Einklang mit meiner Umgebung leben lässt. Denn die Neigung zu wechselnden Partner z.B. möchte mit dem einen speziellen Partner abgestimmt sein, da muss man auch mal Kompromisse machen. So läufts dann auch im Spiegel: Nach “Fucking Berlin” usw. ist explizite Literatur im Aufwind und das kann man dann auch schon mal mitnehmen und das muss auch der althergebrachte Leser akzeptieren, soviel kann man verlangen. Wer der Sache nachgehen möchte kann auf eigene Gefahr recherchieren. Dem unbedarften Leser gleich Sperma um die Ohren zu schleudern ginge dagegen zu weit.

Achja die Dame hat “Vögelfrei” und “Fuck your Friends” geschrieben und wird sich damit demnächst mal auf meinem Nachttisch wiederfinden, denn das in einem vorherigen Artikel erwähnte Buch erscheint mir dagegen recht dröge. Und wer weiß was sich hinter den so unterschiedlichen Rezessionen bei Amazon verbirgt, da fallen naheliegende Worte wie Verbalerotik,  tabulos, vulgär, Frauenporno aber auch skuril, Möchtegern-Dirty-Talk, abstrus. Das Thema scheint immer noch hervorragend zu polarisieren, oder soll ich mir dem Klassiker “Geschmackssache” kommen? So oder so bei Amazon haben 29 von 61 Leuten “Vögelfrei” 5 Sterne gegeben und das ist doch keine schlechte Ausbeute würde ich sagen.

Ein Wort noch an den Spiegel Autor: Ich höre da eine leichte Ironie heraus, wenn sie diejenigen als Zielgruppe bezeichnen die “noch nie” was mit Pornografie zu tun gehabt haben. Wörtlich genommen bin ich als Pornologe dann also garnicht die Zielgruppe oder aber umgekehrt ist es noch schlimmer hier wird eine klaffende Wissenslücke angeprangert.

So oder so ich werde mir in absehbarer Zeit einen literarischen Porno aus der Feder von Sophie Andresky gönnen und mir selbst ein Bild machen, ach nee einen Spiegel vorhalten. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Toll in dem Kontext kommen die flachen Witze nur so heraus geschossen. Das geht Ruckzuck…

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